März 2016, Lenzburg, 3° C // #workcation – Leadership

Mrz 03, 2016
Stephan Mahler
Stephan Mahler

Vielleicht sind Sie eine Führungskraft, ansonsten versuchen Sie sich in eine zu versetzen und stellen Sie sich vor die Entscheidung ob Sie in Ihrem Team oder Ihrem Unternehmen #workcation einführen sollen oder nicht. Irgendwann kommen Sie möglicherweise an den Punkt wo Sie sich Fragen „können die dann dort wirklich arbeiten und vor allem machen sie das auch?“

Meiner Meinung nach ist demzufolge die wesentliche Frage nicht die #workcation, sondern ob Sie die richtigen Leute haben und ob Sie sie richtig führen. Folgende Faktoren sind nach meiner Ansicht eine Voraussetzung:

– Der Mitarbeiter verbringt einen sehr hohen Prozentteil der Arbeitszeit am Schreibtisch 
– Der Mitarbeiter identifiziert sich voll und ganz mit der Arbeit und dem Unternehmen
– Dem Mitarbeiter ist seine Mission im Unternehmen klar (Führungsaufgabe)

Selbstverständlich müssen auch die technischen Voraussetzungen gegeben sein, der Mitarbeiter muss die Mittel die er zum Arbeiten benötigt auch unterwegs nutzen können (Telefon, Datenzugriff, Collaboration Tools, etc. – geben Sie mir Bescheid, falls Sie dabei Hilfe benötigen).
Aber auf die Frage ob es technisch möglich ist, kann ich Ihnen mit „Ja“ antworten (lesen Sie die vorausgehenden Beiträge unterhalb).

Um das Ganze etwas zu konkretisieren drei Beispiele aus unserem Unternehmen:

Cloud Engineers
Unsere Cloud Engineers kennen ihre Mission. Das höchste Ziel ist, dass der Kunde zufrieden ist. Dazu gehört im wesentlichen, dass er schnell, kompetent und freundlich bedient wird. Dazu müssen unsere Services jederzeit verfügbar sein. Das ist eine Mission die zu einem sehr hohen Prozentteil von irgendwo auf der Welt erledigt werden kann (99% der Arbeit erledigen unsere Cloud Engineers vom Arbeitsplatz aus). Es müssen aber auch jederzeit Techniker hier sein um in kürzester Zeit auch vor Ort Einsätze erledigen zu können. Dann haben wir keinen Qualitätsverlust.

Entwicklung 
Ihre Mission ist die Erledigung der Tickets und Entwicklungstasks in entsprechender Frist und Qualität. Das messen wir heute bereits sehr nah. Wichtig ist dass der Projektleiter den Draht zum Kunden behält und Meetings vor Ort durchführen kann. Die Entwicklung ist bereits heute über 2 Standorte aufgestellt und sich gewohnt ortsunabhängig zu arbeiten. Auch hier sehe ich keine Probleme für #workcation, vorausgesetzt der Projektleiter plant richtig.

Marketing und Sales
Marketing und Sales passiert heut zu tage (bei uns) sehr stark durch Inbound Marketing. Viel Arbeit geschieht also am Arbeitsplatz. Eine tolle Arbeitsumgebung kann sich dabei sehr positiv auf den „Spirit“ auswirken. Es gibt zwar nicht viele dringende Termine, aber Kundennähe und vor Ort Einsätze sind beim Sales am häufigsten. Gleichzeitig ist das bei uns der Bereich, der am wenigsten Personalredundanzen ausweist. #workcation sollten also gut geplant sein und nicht zu lange am Stück dauern (< 1 Monat).

Fazit
Aktuell erlauben wir pro Mitarbeiter ein Monat/Jahr #workcation. Dahinter versteckt sich die Absicherung, dass nicht alle Personen zur gleichen Zeit vom Ferienarbeitsplatz aus arbeiten können. Möglicherweise werden wir aber auch das noch weiter öffnen. Ich bin der Meinung dass ein guter Mitarbeiter besser weiss, wann und wie lange #workcation möglich ist und sich das in einem Unternehmen selbst reguliert.

Denken Sie vor allem auch an die positiven Effekte: Die Attraktivität Ihres Unternehmens für die Mitarbeiter, Mitarbeiterbindung, Marketing für das Recruiting (wir alle wissen, wie schwierig es ist, gut Leute zu bekommen, unabhängig der Situation Arbeitsmarktes).
Dazu kommt, dass ich während meinen #workcation gute Erfahrungen bezüglich meiner Arbeitsleitstung gemacht habe. Ich konnte in derselben Zeit mehr leisten, ich habe mehr Zeit gearbeitet und ich war trotzdem schlussendlich entspannter (eine Stunde am Pool über Mittag tut wahre Wunder). Diese Erfahrung ist auch wichtig, letztendlich zählt unter dem Strich die Leistung.

Wie entscheiden Sie sich nun? Führen Sie die #workcation ein? Mein Appell: „Trauen Sie sich!“

PS: Gerade gestern hat einer unserer Cloud Engineers seine ersten #workcation geplant, ein verlängerter Sommer in Griechenland. Wieso nicht.