Strategie Cloud: Wie gehe ich als Executive / VR konkret vor

Sep 14, 2017
Stephan Mahler
Stephan Mahler

Die Themen Cloud, Cloud Outsourcing, XY as a Service und Digitalisierung sind in den letzten Jahren so überwältigend geworden, dass Sie als Geschäftsführer, Executive oder Verwaltungsrat unausweichlich damit konfrontiert werden. Nur wie gehen Sie am besten vor?

1. Um was geht es bei einer Cloud Strategie

Einer Cloud Strategie liegt im Wesentlichen zu Grunde, dass die IT wie ein Service funktioniert, der wie Wasser oder Strom bezogen wird. Es interessiert Sie in erster Linie wenig was dahinter steckt, sondern ob es „Strom hat“ oder „keinen Strom hat“. Konkret interessiert Sie neben Preis und Qualität nur noch die Verfügbarkeit:

  • Funktioniert meine ERP Software Lösung oder funktioniert Sie nicht.
  • Kann ich auf meine (Cloud) Datenablage respektive meine Word/Excel etc. Files zugreifen, oder nicht.

Anbieter geben diese in der Regel in Form von SLAs mit einer Uptime von 99.9% o.ä bekannt.

2. Der erste Schritt: Die IST-Analyse

Zu Beginn steht meist die Identifizierung der wesentlichen IT Services in einem Unternehmen. Klassische Beispiele:

Datenablage Netzlaufwerke mit Word, Excel, PowerPoint, PDF, …
ERP / Branchen Software Ihre aktuelle Lösung wie Abacus, SAP, Microsoft Dynamics NAV/AX, Proffix etc.
Mailservice On-premise (in house) Exchange Mailserver oder gar POP/Imap Lösungen
Telefonlösungen Lokale Telefonlösung, VoIP Server o.ä

3. Der zweite Schritt: Die SOLL-Analyse

Definieren Sie, was Sie für Erwartungen an die IT Lösung der Zukunft haben. In der Regel gelten bei der Cloud Strategie folgende Erwartungen:

  • IT als Service (Betrieb der Applikationen, Daten, Updates, Unterhalt, Backup ist nicht mehr ihr Business)
  • Mobilität (Jederzeit und von überall aus Zugriff auf alle Daten. Anydevice. Anywhere)
  • Prozessoptimierung (Digitalisierung, Vereinfachung und Effizienzsteigerung)

 

4. Der dritte Schritt: Planung des Vorgehens

Die Cloud Strategie erlaubt in den meisten Fällen ein rollendes Vorgehen. Einzelne Services, wie zum Beispiel das Backup, der Mailserver, die Datenablage oder einzelne Server können isoliert ausgelagert werden. Es ist möglich, aber nicht zwingend „all in“ zu gehen.

Bei der Wahl der Cloud Strategie gibt es zwei wesentliche Ansätze:

 

5. Der evolutionäre Ansatz

Der evolutionäre Ansatz ist der schonendere Ansatz. Wir behalten Bekanntes bei und lösen uns aber vom eigenen Betrieb der Lösungen.
Insbesondere die Möglichkeit die bisherige Branchenlösung / das ERP beizubehalten sind oft ausschlaggebend für die Wahl des evolutionären Ansatzes.

Desktop as a Service

Das Desktop as a Service Modell wird nicht zuletzt das „rundum sorglos Paket“ genannt weil man sich komplett vom Gerät löst. Über das Login auf einer Website öffnet sich der bekannte Windows Desktop. Dieser sieht immer so aus, wie es sich der Benutzer gewohnt ist. Egal wann, wo und auf welchem Gerät sich der Benutzer einloggt. Im Gegegensatz zu etwaigen Befürchtungen ist es so, dass dieser Ansatz für die Internetleitung sehr schonend ist, so kann auch mit einem Standard Internetanschluss oder sogar an abgelegenen Orten der Welt performant gearbeitet werden.

Dadurch, dass Desktop as a Service auf dem klassischen Windows Server Modell basiert mit Terminalservices oder Citrix können Applikationen übernommen werden. Insbesondere das ERP/die Branchenlösung kann übernommen werden, was meist ein Muss ist.

Desktop as a Service Lösungen sind bei kleinen und mittelgrosse Unternehmen verbreitet.

Cloud Outsourcing

Beim Cloud Outsourcing Ansatz wird das bestehende Unternehmen um eine (physische) Verbindung an die Rechenzentrumsinfrastruktur erweitert. Konkret wird der eigene Serverraum aufgelöst und durch eine Glas- / MPLS- oder anderweitige performante Verbindung ins Rechenzentrum verschoben. Die Arbeitsplätze bleiben also mehr oder weniger unberührt und für den User bleibt alles beim Alten. Für das Unternehmen fällt aber der komplexe Teil der IT Server Infrastruktur weg.

Dies ist vor allem bei mittelgrossen und grossen Unternehmen interessant. Es wird meist nur noch ein First Level IT Support vor Ort eingesetzt, die IT Mitarbeiter können also reduziert werden, was meist eine Kostenreduktion mit sich bringt. Zusätzlich profitiert man von meist wesentlich höheren Infrastruktur Standards und dem „IT as a Service“ Ansatz.

6. Der revolutionäre Ansatz

Den revolutionären Ansatz beobachtet man meist bei jungen Unternehmen und Startups. „Born in the Cloud“ nennt man sie auch. Sie haben keine Altlasten und können den Markt spielen lassen. Die benötigten Services werden direkt im „Software as a Service“ Modell bezogen:

Datenablage Cloud Drive (business drive, OneDrive, Dropbox, …)
ERP / Branchen Software Software as a Service / Webbasierte ERP Lösung (wie z.B. myfactory , …)
Mailservice Microsoft Office 365 Exchange  (3.80 CHF/Monat/Postfach)
Telefonlösungen Skype for Business / Hosted PBX (ca. 40 CHF/Monat/10 User)

 

7. Der Vergleich

Ob Sie den revolutionären oder evolutionären Ansatz verwenden, wird meist am schnellsten durch die bestehenden Lösungen entschieden. Haben Sie bereits ein ERP von welchem Sie sich nicht lösen können und das es nicht als echte (webbasierte) Software as a Service Lösung gibt, kommt nur der Evolutionäre Ansatz in Frage. Ansonsten hier einige Vergleiche:

 

Desktop as a Service Cloud Outsourcing Revolutionärer Ansatz (Software as a Service)
+  

+ Mobilität
+ Geräteunabhängigkeit
+ Geringe Anforderung an Badbreite

 

+ Grosse Kosteneinsparung bei Mittelgrossen Unternehmen
+ Erhöhung Standards, Verbesserung der SLA
+ Mobilität
+ Kosten
– Kein Offline Arbeiten möglich (Idealerweie Kombination mit Cloud Drive) (- Mobilität) – Umgewöhnung der Benutzer
– Schwierig bei LockIn (Nutzung bestehendes ERP/Branchenlösung)

 

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