Vergleich der Hyperscaler – Microsoft Azure vs Amazon AWS vs Google GCP

Jun 29, 2021
Stephan Mahler

Drei Hyperscaler dominieren den Cloud Markt mit deren Produkten: Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud Platform (GCP). Das ist soweit kein Geheimnis. Aber wie zeigen sich die Hyperscaler im Vergleich? Nachfolgend nehmen wir die drei Hyperscaler in den Quervergleich.

Die ProCloud AG ist ein Cloud-Outsourcer mit dem Multi Cloud Ansatz. Wir unterstützen Sie auf allen Cloud Umgebungen, ob in unseren Datacenter (BL/ZH), auf Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS), Google Cloud Platform (GCP) oder Dritten.

Vergleich der Hyperscaler – Azure vs AWS vs GCP

Eine Tabelle sagt mehr als tausend Worte, oder war es ein Bild? Auf jeden Fall haben wir nachfolgend eine tabellarische Übersicht zusammen gestellt.

Microsoft Azure Amazon Web Services (AWS) Google Cloud Platform (GCP)
IaaS Marktanteil 2020 (1) 19.7 %
(12.7 Mia USD Umsatz)
40.8 %
(26.2 Mia USD)
6.1 %
(3.9 Mia USD)
IaaS Wachstum 2020 (1) 59.2 % 28.7 % 66.1 %
Anzahl Regionen (2)  > 60 24 24
Anzahl Cloud Services (2) 249  > 175 171
Schweizer Datacenter (2) Ja (2x) Nein (1x ab Q2 2022) Ja (1x)
Anzahl Services in Schweizer DC (2) 151 0 30
Kategorien mit den meisten Cloud-Services (2) Microsoft 365 (27)
Verwaltung und Gov. (26)
KI & Machine Learning (26)
Machine Learning (25)
Verwaltung und Gov. (21)
Sicherheit, Identität und Compl. (18)
Google Workspace (18)
Entiwicklertools (15)
Security (13)
Stärken Productivity Apps (M365)
Identity Management (AD)
Service Portfolio
Regionen
Preis
Developer Base
Experience (2006)
Preis
Simplicity

(1) Gartner Says Worldwide IaaS Public Cloud Services Market Grew 40.7 % in 2020, (2) ProCloud Datenerhebung November 2020.

Microsoft Azure

Microsoft nutzt seine History als „Office“ und „Windows“ Unternehmen als perfekte Waffe für die Cloud Ära. Niemand kann – was Produktivität Apps anbelangt –  mithalten. Nur ist es unterdessen nicht nur Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Co., sondern ein Portfolio von rund 27 Applikationen unter dem Namen „Microsoft 365„, Tendenz: wachsend. Produktivitätsapplikationen machen genau das in der Praxis was lange gepredigt wurde „Empower Employees“. Was ein Benutzer heute mit all diesen Applikationen direkt aus der Cloud anstellen kann, ist einfach toll und führt zu effizienterem Arbeiten und besseren Resultate. Das Problem von Nutzern aller anderen Anbietern ist: Identity Management. Tritt ein Mitarbeiter ins Unternehmen ein oder verlässt es, gibt es dieses mühsame kontrollieren ob alle Konten aktiviert bzw. deaktiviert wurden. Nicht bei Microsoft, es gibt eine zentrale Identität (im Active Directory) über welche alles gesteuert wird. So einfach kann es sein.

Microsoft hat im 2011 90% vom Forschungs- & Entwicklungs- Budget in die Cloud gesteckt und die Resultate sehen wir heute. Mit über 60 Regionen haben sie mehr als AWS und GCP zusammen. Das ist besonders spannend für internationale Unternehmen. Den anderen Unternehmen mag wohl nur wichtig sein, ob Microsoft ein Datacenter im Land hat und als Schweizer gilt das nun auch für uns. Ein weiterer Effekt des Investments sind die 249 Cloud Services, die Microsoft anbietet. Auch da gibt es wesentlich mehr Produkte als bei den Konkurrenten. Welche Services alle bereits in der Schweiz verfügbar sind oder es bald sein werden finden Sie jederzeit hier.

Eine Schwäche von Microsoft Azure ist ganz klar der Preis. Microsoft ist zu teuer und mit der Reife des Marktes wird dies zu einem gefährlichen Kapital. Aktuell wächst man jedoch noch munter mit 59.2 % und die Strategie scheint aufzugehen. Lässt zu hoffen, dass die Kriegskassen dann gefüllt sind und der Preiskampf beginnt. Aktuell ist man 20% – 50% teurer und der Kunde ist fast gezwungen beispielsweise „Reserved Instances“ zu nutzen um bis zu 70% Rabatt einzufahren. Dann verpflichtet man sich aber auch 1-3 Jahre zu Microsoft.

Amazon Web Services (AWS)

Was Microsoft an History im on-premise Bereich mit sich bringt, das hat Amazon im Cloud Bereich. AWS startete bereits im 2006 mit ihren Services, früher als alle Mitbewerber.
Jim Fanning (leitet seit 2016 AWS-Schweiz) meint deshalb auf die Fragen der Handelszeitung auch folgendes:

„Wieso soll ein Unternehmen zu Ihnen kommen. Google oder Microsoft haben ebenso gute Lösungen?
AWS startete bereits 2006, was sehr früh war. Wir bieten Cloud schon länger an als alle anderen Mitbewerber. Es gibt keinen Algorithmus, der diese Erfahrung wettmacht. Man kann nicht einen Zauberknopf drücken und auf einmal hat man das gesamte Wissen über das Cloud-Business und deren Herausforderungen.

Aber was macht AWS anders?
90 Prozent von unseren Entwicklungen basieren auf dem, was unsere Kunden verlangen. Dieser Fokus, den wir Customer-Obsession nennen, ist eine spezielle Eigenheit.“

Customer Obsession hört sich doch gut an oder? Wir sind gespannt ob sie das auch weiter beflügelt. Der Marktanteil ist riesig aber die anderen wachsen schneller. Seit November 2020 wissen wir, dass AWS in der zweiten Jahreshälfte 2022 eine Datenregion Europa (Zürich) eröffnen will, die Handelszeitung berichtete.

Google Cloud Platform (GCP)

Google ist der schnell wachsende Challenger, mit einem – so finden wir – angenehm zu bedienenden Cloud Portal. Mit deutlich weniger Marktanteil als die beiden anderen allerdings. Ist das wohl der Grund, weshalb man preislich sehr aggressiv im Markt auftritt? Wir freuen uns auf jeden Fall darüber. Insbesondere auch in der Kombination, dass ein Datacenter Standort in der Schweiz vorhanden ist.

Um die Lücke zu Microsoft 365 zu verringern, hat Google seit Herbst 2020 das Produkt „G Suite“ in „Google Workspace“ umbenannt. Google nennt als Grund: „Wir haben die Marke in Google Workspace umbenannt, um die Produktvision genauer darzustellen“. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich das auswirkt. Die Google Cloud bietet im Allgemeinen mehr als einem wohl bewusst ist, hier geht’s zur Übersicht aller Google Cloud-Produkte.

Der Google Brand ist leider etwas als „Datenkrake“ behaftet. Das ist nicht gerade förderlich, wenn es darum geht, den Kunden dazu zu bewegen, einem seine (wichtigsten) Daten anzuvertrauen. Wir behaupten: Das ist ein Bauchgefühl. Sehen Sie sich die Security und Compliance Angaben von Google an, man ist da ziemlich bemüht einen guten Job zu machen. Die Anderen – insbesondere Microsoft – allerdings auch. Apropos Compliance: Die drei US-Amerikanischen Unternehmen unterliegen natürlich dem Cloud-Act (mehr dazu in unserem Blog) – was in der Praxis allerdings (fast) keine Anwendung findet und ein rechtliches Vorgehen bedingt, in dem sich der Hyperscaler auch für einem einsetzt. Wenn Sie sich damit aber unwohl fühlen – Alibaba ist auch noch auf unserem Radar, auch nicht gut? Als Schweizer Unternehmen haben wir auch noch eigene Hardware in Datacenter in der BL/ZH und bieten darauf Cloud-Services an.

Huawei und Alibaba

In der Tabelle oberhalb haben wir Alibaba und Huawei nicht gelistet. Aus dem einfachen Grund, da sie in der Schweiz und Europa nur eine Nebenrolle spielen. Die Marktanteile (Alibaba 9.5 %, Huawei, 4.2 %) werden hauptsächlich im asiatischen Markt respektive in China erwirtschaftet. Interessant ist allerdings, dass Huawei mit 202.8 % wächst (2020 gegenüber 2019). 90 % davon passieren laut Gartner in China. Ein kurzer Preisvergleich zeigt, dass Huawei mit der günstigsten Region (CN North-Beijing4) jedoch immer noch nicht an den Preisleader Google herankommt (ebenfalls mit der günstigsten Region US Iowa verglichen).

Wie weiter?

Wir sind Cloud Spezialist mit einem Multi Cloud Fokus und können Ihnen sagen, was die beste Cloud für Sie ist, eventuell ist es ja auch ein Mix aus mehreren? Wir helfen Ihnen gerne weiter. Mit unserem Multi Cloud Portal erhalten Sie ausserdem alle Informationen zentral zugänglich und unser Support ist erst noch unschlagbar. Interessiert? Nehmen Sie mit uns unverbindlich Kontakt auf!